DAS VERSCHWUNDENE DORF HOLIČKY

Ein verschwundenes Dorf mit Resten von in den Sandstein gehauenen Bauten. Finden Sie heraus, welcher davon die Schmiede war?

Lokalitätsbeschreibung

Das Dorf Holičky, deutsch Hultschken, hat seinen Ursprung am Anfang des 16. Jahrhunderts. Bis heute ist nicht klar, ob der Name deutscher oder tschechischer Herkunft ist. Das deutsche Wort Holzung bedeutet u.a. Rodung, der tschechische Ausdruck holina beschreibt eine durch Waldrodung entstandene Kahlfläche. Die Entstehung des Dorfes hängt wahrscheinlich mit der Entwicklung des Eisenerzabbaus in der Region zusammen. Die Anhöhe unweit des Weges nach Osečná wird als Kalkberg bezeichnet und eben dieser Hügel wird als Ort erwähnt, wo die Obrigkeit im 16. Jahrhundert Eisenerz für den Hammer in Chrástná suchte. 1678 wurden 8 Bauernhöfe dokumentiert. Im Laufe der Zeit wuchs Holičky und 1924 hatte es 152 Einwohner und 35 Häuser, 2 Gasthäuser, eine Schule, einen Laden mit Waren aus Sämischleder, einen Schmied, einen Tischler und einen Stellmacher. Eine lange Tradition hatte hier die Produktion von Flechtwaren (Körben), die Absatz in der ganzen Monarchie Österreich-Ungarn fanden. Um 1700 erhielt das Dorf eine eigene, den 14 Nothelfern geweihte Kapelle. Jeder dieser Heiligen sollte in einer bestimmten schlimmen Lebenssituation helfen. Holičky, genauso wie andere Dörfer in Ralsko, verschwand nach 1947, als das Militärsperrgebiet Ralsko für die tschechoslowakische Volksarmee eingerichtet wurde und seit 1968 der sowjetischen Armee diente. Heute ist von den Bauten nichts erhalten geblieben, an einigen Stellen sind noch Fundamente der Häuser erkennbar und in die Felsen am Fuße des Kalkbergs sind Keller eingehauen. An der Hauptstraße befindet sich, gut sichtbar, die einstige, in den Felsen eingehauene Schmiede. Mehr Informationen zu den verschwundenen Dörfern von Ralsko findet man im Blog des Geoparks www.visitralsko.com/zanikle obce.

AUFGABEN FÜR FORSCHER (mit den Aufgaben hilft Ihnen die Karte zum Downloaden):

  1. Finden Sie die in den Felsen eingebaute Schmiede. Sie erkennen sie an dem eingehauenen Schornstein.
  2. Finden Sie die Stelle, wo an einer Wegkreuzung die Kapelle der 14 Nothelfer unter Linden stand. Eine der Linden steht immer noch. Hier finden Sie gewölbte Weidenruten, die an den Ort erinnern sollen.
  3. Finden Sie den Friedhof. Das ist die schwierigste Aufgabe. Heute steht an dieser Stelle ein Kiefernwald und den ursprünglichen Ort der letzten Ruhe lassen nur die Umrisse einiger Gräber und zugewachsene Grabsteine erahnen.

Daten

Lokalität

Česko

Geländeschwierigkeit

3 / 5

Zeitanspruch

3 st.

Überhöhung

20 m

Was wird ihr hier sehen?

Holičky

1

Felsenschmiede

smart

2

Viele weitere Kellerräume

Holičky

3

Land-Art-Werke, mit denen der Geopark Ralsko versucht, das verschwundene Dorf wieder zu beleben.

Wisst ihr, dass…

Die Felsenschmiede nahm die Tätigkeit in den 1920er Jahren wieder auf. 1924 wird Franz Pruschek als hiesiger Schmied erwähnt. Der Eingang in die Schmiedewerkstatt wurde später über dem Türstock mit Ziegeln ausgemauert, in deren Putz die Jahreszahl 1936 erhalten blieb.

Für Neugierige

Die Karte von Holičky entspricht etwa der Zeitspanne 1938-1945. Bei den Namen der Hausbesitzer stehen jeweils der Beruf sowie weitere Anmerkungen. Quelle: O. Hons: Zaniklé obce Ralska, Ralsko 2014.

Wie kommt ihr zu uns?

Am besten mit dem Fahrrad, weil Holičky an einer guten Asphaltstraße unweit von Osečná liegt.

Galerie der Lokalität

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