Erzförderung auf dem Schächtenstein

Die größte Fördertiefe von Eisenerz im Geopark Ralsko.

Lokalitätsbeschreibung

Der unauffällige Berg Schächtenstein birgt in seiner Gipfelpartie den größten Eisenerzabbau im Geopark Ralsko. Die Fördertiefe betrug bis zu 18 m, wurde aber durch herabfallendes Material zugeschüttet. Die Gesamtlänge vom Hamerský Špičák bis zur letzten Grube am südwestlichen Ende des Schächtensteins beträgt rund 96 m.

Die hiesige bergmännische Aktivität stützte sich auf den Polzenitgang, also den gleichen Gang, der auch auf dem Děvín ausgebeutet wurde. Dieser weitverzweigte Vulkangang wurde wegen seines hohen Eisengehalts und der leichten Trennbarkeit ausgebeutet. Auf dem Schächtenstein wurde der Vulkanit voll ausgebeutet. Beide vertikalen Sandsteinwände, die ursprünglich die Polzenitgänge umgaben, sind von dunklen, rostroten  Beschläagen aus Limoniteinlagerungen bedeckt, das mehrere cm stark ist.

Zum tiefsten, noch bis heute zugänglichen Ort der Förderung führt am Nordwesthang ein etwa 10 m langer, in den Sandstein getriebener Hilfsstollen, der senkrecht zum Děvíner Gang verläuft und zum Abtransport des geförderten Materials und des Abraums diente, wobei letzterer auf Halde gekippt wurde. Die Spuren sind noch heute im Gelände zu sehen.

Unter dem Abhang am Südwestende können Sie noch rundliche Einbrüche entdecken. Dabei handelte es sich um ein weiteres Förderobjekt, das erst 1989 kartiert wurde. Damals wurde am Boden dieser Fördergrube ein Schacht mit rechteckigem Querschnitt 2×1 m entdeckt. Heute ist es schon von herunterfallendem Material verschüttet, dennoch zeugt es davon, dass die Bergleute auch in noch größeren Tiefen aktiv waren.

Daten

Lokalität

Česko

Geländeschwierigkeit

2 / 5

Zeitanspruch

1 st.

Überhöhung

76 m

Was wird ihr hier sehen?

Dobývka - Štola Schachtenstein

1

Die tiefste Fördergrube für Eisenerz im Geopark

Široký kámen - Hamr na Jezeře

2

Einen schönen Ausblick zum Široký kámen

Schächtenstein

3

Einen zum Hauptstollen senkrechten Hilfsstollen

Wisst ihr, dass…

Eisenerzbergbau und Verhüttung hier zur Zeit der Herrschaft des Grafen von Hartig 1768 bis 1797 am stärksten aufblühten? Das hier abgebaute Eisenerz wurde zum Hochofen in Hamr na Jezeře transportiert, wo daraus Roheisen geschmolzen wurde, das danach von den Schmieden in Backtöpfe, Kessel, Herdplatten, Mörser, Schmelzpfannen und Eisenstangen verarbeitet wurde.

Für Neugierige

Der Erzabbau stützte sich auf den Vulkangang, die über die Gipfel des Děvín und des Hamerský Špičák verlief. Auf einem 3D-Modell sehen Sie den Verlauf des Vulkangangs, auf dem Schächtenstein ist eine Förderfurche erkennbar. Quelle: ČÚZK.

Wie kommt ihr zu uns?

Der Ort gehört zum virtuellen Pfad „Zum Eisernen Schatz“ und zum Lehrpfad, der am Pavillon unter dem Děvín beginnt. Von dort gehen Sie auf dem rot markierten Weg zum Sattel unter dem Děvín und dann auf dem gelben Wanderweg bis zur Abbaustelle.

Galerie der Lokalität

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