BÖSE SILBERGRUBEN IN BOREČEK
Lokalitätsbeschreibung
Über den Bergbau im Forstrevier Boreček blieben interessante Berichte in historischen Quellen erhalten, die aber viele Fragen offen lassen. In der älteren deutschen Literatur über die Region Česká Lípa erscheinen Notizen, dass in diesen Wäldern Gold und Silber abgebaut wurde. Die Bergwerke teilten sich angeblich in „gerade“ und „schlimme“. Die geraden Bergwerke waren wohl senkrecht orientiert und im Jahr 1892 meistens schon zugeschüttet, während die „schlimmen“ Bergwerke waagerecht weiter führen und der Legende nach einen Ausgang in Mimoň hatten. Da darin eine Leiche gefunden wurde, ließ sie der Förster Simon um das Jahr 1870 zumauern. Die Legende mit der Leiche gelang es wenigstens teilweise zu klären. Gemäß der Chronik der Stadt Mimoň handelte sich um keine Leiche, sondern den Fund eines Skeletts mit zertrümmertem Schädel, das in Mimoň beigesetzt wurde. Silber- oder gar Goldabbau ist aus geologischer Sicht in dieser Gegend unmöglich. Was wurde also im Forstrevier Boreček abgebaut und was kann man dort heute finden?
An der Kote 288 blieben zwei offene kleine Schächte erhalten, die vom Bergamt markiert und mit einem festen Gitter verschlossen wurden. Mit ihren Maßen entsprechen sie anderen kleinen Schächten, die in der Region, z. B. am Hügel Havířský vrch, gefunden wurden. Beide dienten höchstwahrscheinlich im 17. und 18. Jahrhundert zur Überprüfung, ob hier Eisenerze vorkommen, die damals in der weiteren Umgebung abgebaut und verhüttet wurden. Beide Schächte folgen einem Basaltoidgang Richtung NW-SO , der die Achse der Anhöhe bildet. Der westliche der beiden Schächte ist senkrecht, an seinen Wänden sind drei Etagen sichtbar, die durch zwei Vorsprünge gegliedert sind, die wahrscheinlich als Verankerung der Leiter für die Bergleute dienten- Der zweite Schacht ist ähnlich, nur mit dem Unterschied, dass von seiner Talsohle ein kurzer „Tunnel“ in Richtung des vorausgesetzten Gangs abgeteuft wurde.
Man kann also annehmen, dass die beiden Schächte jene senkrechten, „geraden Silberschächte“ waren, die in den alten Berichten zitiert werden. Heute würde man sie eher als kleine Untersuchungsschächte wahrscheinlich aus dem 17. oder 18. Jahrhundert bezeichnen, in denen die alten „Bergleute“ kein Silber, sondern weniger spektakuläre Eisenerze suchten.
Aufgabe für Forscher:
- Versuchen Sie mit GPS beide kleinen Schächte zu finden. In ihrer Umgebung suchen sie Sandstein mit Eisenimprägnierung. Auch ein solcher Fund kann die Theorie über den Eisenerzabbau bekräftigen.
- Versuchen Sie den dritten kleinen Schacht mit GPS – 50.6498167N, 14.6864833E zu finden. Der Schacht befindet sich am nördlichen Hang unter dem Gipfel des kleinen Kamms mit einer kleinen Kapelle mit dem Bild des Gekreuzigten. Welche Jahreszahl ist in die Wand der Kapelle eingraviert?
Daten
Česko
3 / 5
3 st.
40 m
Was wird ihr hier sehen?

1
Der kleine Schacht Boreček 1: 1,6 m x 1,3 m, Tiefe 6,5 m

2
Der kleine Schacht Boreček 2: 1,7 m x 1,25 m, Tiefe 7,1 m

3
Der kleine Schacht mit einer eingemeißelten Kapelle
Wisst ihr, dass…
Wie kommt ihr zu uns?
- Zákupy
- 50.6433719N, 14.6864786E
Galerie der Lokalität
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